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Berufsbetreuung

Eine gesetzliche oder rechtliche Betreuung wird vom Betreuungsgericht angeordnet, wenn der Betroffene infolge einer körperlichen, seelischen oder geistigen Erkrankung nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten selbst zu regeln.
Der Betreuer sorgt dann dafür, dass der betreute Mensch zu seinen ihm zustehenden Rechten kommt, aber auch seinen Pflichten nachkommen kann.
Rechtliche Betreuung ist Teil der Rechtsfürsorge und keine Sozialarbeit.
So ist es nicht Aufgabe des gesetzlichen Betreuers „tatsächliche Dienstleistungen“ zu erbringen wie z.B. soziale, pädagogische, psychologische, therapeutische, pflegerische und hauswirtschaftliche Betreuung, Transport-, Einkaufs- und Begleitdienste und Ähnliches.
Ein rechtlicher Betreuer ist kein „Fallmanager“ für seine Klienten. Das lässt schon das vom Gesetzgeber vorgegebene sehr geringe Zeitbudget gar nicht zu.
Ebenso dient die rechtliche Betreuung nicht zur Erziehung oder dazu, gesellschaftliche Wertmaßstäbe durchzusetzen.
Ein von der Rechtsprechung entwickelter inzwischen durchgehend zitierter Grundsatz des Betreuungsrechts lautet:
Der Staat hat nicht das Recht, den Betroffenen zu erziehen, zu bessern oder zu hindern, sich selbst zu schädigen, wenn er über einen freien Willen verfügt, also geschäftsfähig ist.

„Gesetzliche Betreuung dient nicht der Arbeitserleichterung von Behörden und Sozialleistungsträgern, nicht der Durchsetzung ärztlicher Vorstellung, nicht der Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung, nicht dem Gläubigerschutz, nicht dem Schutz der Nachbarn und dem guten Gewissen der Familie. Betreuer müssen einzig Partei für die Betreuten ergreifen.“
(Ulrich Engelfried)